Pflanzenheilkunde/Phytotherapie

Die Pflanzenheilkunde gehört zu den ersten Therapieverfahren der Menschheit und begleitet uns bereits seit der Steinzeit. Viele Medikamente unserer Zeit haben ihren Ursprung in der Pflanzenheilkunde. Das wohl bekannteste Beispiel ist das Aspirin. Die darin enthaltene synthetisch hergestellte Acetylsalicylsäure stammte ursprünglich aus der Weidenrinde. Sie findet sich aber auch in anderen Pflanzen wie beispielsweise dem Mädesüß wieder, welche bereits seit Jahrhunderten bei Schmerzen und fieberhaften Infekten eingesetzt werden.

Doch warum sollte man auf Pflanzen zurückgreifen, wenn inzwischen bekannte Wirkstoffe in standardisierter Form und zusätzlich hochdosiert zur Verfügung stehen? Die Antwort liegt in der Komplexität pflanzlicher Präparate. In einer Pflanze gibt es nie nur einen Wirkstoff, sondern die Wirksamkeit resultiert aus dem Zusammenspiel vieler verschiedener sekundärer Pflanzenstoffe, von denen viele noch immer unbekannt sind. Ein schönes Beispiel für solch ein Zusammenspiel bietet die Hagebutte. Traditionell wird in unseren Breitengraden bei Erkältungen gern heißer Hagebuttentee getrunken. Einer der Hauptwirkstoffe in der Hagebutte ist das Vitamin C. Allgemein bekannt ist, dass der Heilungsverlauf von Erkältungen sowohl durch heiße Getränke als auch durch die Einnahme von Vitamin C positiv beeinflusst wird. Bekannt ist ebenfalls, dass Vitamine licht- und hitzeempfindlich sind. Vielen mag es daher paradox erscheinen, heißen Vitamin C haltigen Tee zu trinken. Es konnte aber gezeigt werden, dass das Vitamin C der Hagebutte auch in heißem Tee stabil ist. Grund dafür sind weitere Inhaltsstoffe, so dass sich die traditionelle Zubereitung als richtig erwiesen hat, obwohl sie auf den ersten Blick unschlüssig erscheint.

Auch bei vielen anderen Heiltees kommt es auf das „gewusst wie“ an und eine falsche Zubereitung ist oft verantwortlich für den ausbleibenden Heilerfolg. Besteht der Hauptwirkstoff einer Pflanze aus ätherischen Ölen, wie bei Thymian, Kamille oder Pfefferminze der Fall, so muss der Tee nach dem Aufguss abgedeckt werden. Andernfalls befindet sich die wirksame Komponente in der Luft und nicht im Tee. Ganz anders liegt der Fall bei den sogenannten Schleimstoffen, die sich bei Reizhusten bewährt haben. Spitzwegerich, Eibisch und Co. dürfen nur kalt oder lauwarm aufgegossen werden, sonst werden die Schleimstoffe zerstört.

Für eine Vielzahl von Erkrankungen gibt es gut verträgliche und auch wirksame Behandlungsalternativen aus dem Pflanzenreich. Vor allem exotische Pflanzen wie Noni, Moringa oder Jiaogulan werden oftmals als Wundermittel gepriesen, doch auch unsere einheimischen Pflanzen haben viel zu bieten. Die Zistrose (Cystus incanus) macht immer wieder als Anti-Viren Medikament auf sich aufmerksam und es laufen nicht nur Studien über ihren Einsatz bei Grippe, sondern auch zum Einsatz bei HIV und Ebola. Doch auch weit verbreitete „Unkräuter“ wie Brennnessel und Löwenzahn verfügen über eine Vielzahl hochwirksamer sekundärer Pflanzenstoffe.

Sprechen Sie mich an, ob eine Therapie mit pflanzlichen Präparaten für Sie in Frage kommt, ich berate Sie gern.

Oder begleiten Sie mich doch einfach mal auf einer meiner Pflanzen-Führungen. Im Sommer biete ich regelmäßig öffentliche Führungen an oder buchen Sie eine individuell geplante Führung für eine kleine Gruppe.

 

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